Ein Sonderfall in der Praxis: Auch viele
Facility-Dienstleister (FM) stoßen bei
Sprinklertank
-Inspektionen an ihre Grenzen. Nicht aus Inkompetenz, sondern weil das Thema mehrere strukturelle Hürden hat.
Hohe Investitionskosten und Spezial-Know-how: Eine professionelle Inneninspektion erfordert entweder Entleerung mit Tauchern und Reinigung – oder moderne Drohnentechnik. Hochwertige Unterwasserdrohnen mit Kamera, Beleuchtung, Sensorik, Software und der nötigen Erfahrung in der Bildinterpretation (Korrosion, MIC, Folienrisse, Beschichtungsablösungen) sind eine teure und betreuungsintensive Ausstattung. Da Sprinklertanks nur alle fünf Jahre inspiziert werden müssen, lohnt sich der Aufbau eines eigenen Teams für die meisten FM-Anbieter wirtschaftlich nicht.
Komplexe Koordination: Tanks gibt es in vielen Ausführungen – Beton, Stahl beschichtet, mit oder ohne Folie, unterirdisch, oberirdisch, bundesweit verteilt. Dazu kommen Abstimmungen mit Produktion, Behörden, Versicherern und VdS-Errichtern. Bei klassischer Methode kommt der Druck der Kunden hinzu, die Entleerung und Stillstand vermeiden wollen.
Risiko und Haftung: Wenn bei der Inspektion etwas schiefgeht – etwa wenn der Tank vorübergehend außer Betrieb ist und ausgerechnet dann ein Brand ausbricht – haftet der Dienstleister schnell mit. Die Dokumentation muss normgerecht und gerichtsfest sein. Viele FM-Firmen wollen dieses spezifische Brandschutz-Risiko nicht tragen.
Wirtschaftliche Logik: FM-Verträge sind meist auf Standard-
Gebäudetechnik
ausgelegt – Heizung, Lüftung, Elektro, Reinigung, Sicherheit. Sprinklertanks sind ein Nischenthema, das selten genug auftritt, um es nicht selbst zu stemmen. Viele FM-Anbieter erweitern ihr Portfolio deshalb über
Rahmenverträge mit Spezialisten – günstiger, risikofreier und für den Endkunden transparent.
Fehlende Dringlichkeit beim Auftraggeber: Solange der Kunde nicht aktiv nach einer Tankinspektion fragt, fehlt dem
FM-Dienstleister
oft der Anlass, das Thema selbst anzustoßen. So bleibt es liegen – bis Versicherung oder Behörde mahnt.
Fazit: Keine böse Absicht, sondern strukturelle Überforderung. Die meisten FM-Dienstleister sind exzellent in der Gesamtsteuerung von Gebäudetechnik. Die tiefgehende Inspektion von Löschwasserbehältern ist aber ein hochspezialisiertes Feld, das immer öfter an Drohnen-Spezialisten ausgelagert wird – mit Einsparungen bis zu 80 % gegenüber der klassischen Entleerung und normkonformen Ergebnissen aus einer Hand.